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Sonnenaufgang am Mesa Arch im Canyonlands NP

Mesa Arch

Der Mesa Arch befindet sich im Canyonlands Nationalpark, welcher im US Bundesstaat Utah nahe der Stadt Moab gelegen ist. Der Canyonlands Nationalpark lädt zur Erkundung einer einzigartigen Wildnis aus unzähligen tief erodierten Canyons mit fantastisch geformten Tafelbergen, Felsnadeln und Arches ein. Dieses sehenswerte Landschaftsbild wurde durch den Colorado River und den Green River geformt, welche den Park in drei Teile aufteilen: Island in the Sky, The Needles und The Maze.

Das wohl bekannteste Markenzeichen des Nationalparks, der Mesa Arch, befindet sich im Island in the Sky Gebiet. Er zieht Jahr für Jahr viele Touristen an, gewährt der Blick durch diesen direkt an der Klippe eines Hochplateaus gelegenen Felsbogen doch eine atemberaubende wie einmalige Aussicht auf die mehrere 100 Meter darunter liegende weite Canyonlandschaft des Nationalparks mit seinen markanten Felsformationen. Die markantesten durch den Mesa Arch zu beobachtenden Felsformationen sind der Washer Woman Arch, rechts davon der Monster Tower, und dahinter der Airport Tower. In der Ferne sind die La Sal Mountains zu erkennen.

Mesa Arch

Ausgerechnet der Mesa Arch ist es, welcher eine ganz besondere Anziehungskraft auf Fotografen ausübt. Aber woran liegt es eigentlich, dass der Arch weit oben auf der Wunschliste unzähliger Fotografen steht? Die Antwort findet sich im Besuch zu einem ganz besonderen Zeitpunkt, zu welchem der „gewöhnliche“ Besucher sicher noch im Bett liegt: zum Sonnenaufgang. Mit dem Aufgang der Sonne am Horizont erzeugt diese eine magische Lichtstimmung am Mesa Arch und beleuchtet die Unterseite des Felsbogens, welche dann orange bis feuerrot zu glühen beginnt. Ein unbeschreibliches wie einmaliges Erlebnis. Auch meine Freundin und ich wollten uns dieses Spektakel natürlich nicht entgehen lassen!

Daten & Fakten zum Mesa Arch

ParkplatzGPS: N 38° 23.350 W 109° 52.080
Mesa ArchGPS: N 38° 23.275 W 109° 51.815
Distanzca. 800m Rundweg
Dauerca. 10 Minuten je Weg
Geländeleicht, kaum Höhenunterschiede



Foto-Equipment

Nikon D5300 *
– Objektiv: Nikkor 16-85 mm *
– Objektiv: Sigma 10-20 mm *
– Graufilter: Haida Neutral Graufilter 100 mm x 100 mm System *
– Stativ: Rollei Compact Traveler No. 1 Stativ *
– sonstiger Zubehör, inkl. Taschenlampe!

Unsere Foto-Tour zum Mesa Arch

Unser Besuch des Mesa Arch war für den 09. September 2016 geplant. Die Nacht verbrachten wir im Apache Motel in Moab, damit standen etwa 50 Minuten Fahrzeit über knapp 65 km bis zum Mesa Arch an. In Kombination mit der Jahreszeit bedeutete dies, dass wir sehr früh aufstehen mussten, denn mit Hilfe The Photographer’s Ephemeris (TPE) konnte ich den Zeitpunkt des Sonnenaufgangs am Mesa Arch auf etwa 6.55 Uhr in der Frühe ermitteln. Mehr zu dieser tollen App erfährst du hier: Foto-Tour planen mit TPE. Um früh genug vor Sonnenaufgang am Arch zu sein (mind. 1 Stunde vorher) und etwas Puffer einzuplanen, stellten wir den Wecker auf 4.00 Uhr. Es war alles fertig gepackt und bereitgestellt, so dass es am nächsten Morgen direkt losgehen konnte.

Als um 4.00 Uhr der Wecker klingelte, taten wir uns mit dem Aufstehen schwer. Die Aussicht auf das tolle Erlebnis ließ uns aber doch unsere Sachen schnappen und los ging es auf die Fahrt. Die zweite Hälfte der Fahrt, insbesondere die letzten 10 Kilometer ab dem Island in the Sky Visitor Center, über die nächtlichen, menschenleeren Straßen war an sich schon ein echtes Highlight. Einen so prachtvollen Sternenhimmel, in dem sich auch die Milchstraße in seiner vollen Pracht abzeichnete, haben wir noch nie zuvor gesehen. Immer wieder ertappte ich mich bei dem Gedanken das Auto abzustellen und ein paar Fotos dieses wundervollen Himmels zu machen. Da wir aber zeitig am Mesa Arch sein wollten entschied ich mich schweren Herzens dagegen, dies wird sicher aber in einem künftigen Urlaub nachgeholt. Während der Fahrt war eine hohe Aufmerksamkeit gefragt, denn häufig überquerte Wild die Straße, oder verweilte einfach auf selbiger nicht selten seelenruhig. So musste ich ein ums andere Mal in die Eisen gehen.

Nach knapp 50 Minuten Fahrt erreichten wir dann um 5.00 Uhr den Parkplatz des Mesa Arch Trailhead. Eine erste Erleichterung machte sich breit, denn es standen erst zwei Autos dort. Als wir unser Auto verließen, traf uns der Schlag: diese Natur ist einfach überwältigend! Die Atmosphäre mit dem Zirpen der Grillen in der sonst einsamen Stille und Dunkelheit unter diesem wunderschönen Sternenhimmel mit Blick auf die Milchstraße und zahlreiche Sternschnuppen ist unbeschreiblich. Nach einigen Minuten des Staunens schnappten wir uns unsere Sachen und mit Taschenlampen bewaffnet machten wir uns auf den Trail zum Mesa Arch. Beim Losgehen traf noch ein weiteres Auto mit zwei sehr netten Amerikanern ein.

Nach etwa 10 Minuten Fußmarsch kamen wir um 5.15 Uhr am Mesa Arch an, wo schon drei andere Fotografen Nachtaufnahmen des Felsbogens unter dem Sternenhimmel machten. Es hatte sich also bezahlt gemacht, bereits gut 1,5 Stunden vor Sonnenaufgang hier zu sein. So hatten wir nahezu freie Wahl für einen guten Standpunkt des Stativs, denn es gibt nur sehr wenige wirklich gute Spots (ca. 5).

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren und einige zufriedenstellende Testaufnahmen für den Bildausschnitt gemacht waren, hieß es nur noch abwarten. Gegen 6.15 Uhr wurde es dann bereits heller und ein erstes Sonnenlicht ließ sich am Horizont allmählich erahnen. Es waren immer noch relativ wenige Fotografen vor Ort, doch auch die Zeit vor Sonnenaufgang lohnt schon zum Fotografieren. Gut 30 Minuten vor Sonnenaufgang konnte ich bereits erste schöne Fotos machen, bei denen bereits ein leichtes orangenes Glühen an der Unterseite des Felsbogens zu erkennen ist.

Mesa Arch

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/11.0 | 88.0s | ISO100 | 6:15 Uhr

Mesa Arch

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/11.0 | 2.5s | ISO100 | 6:30 Uhr

Ab etwa 30 Minuten vor Sonnenaufgang füllte sich die Location dann doch sehr zügig mit Fotografen und schnell waren alle „Plätze“ belegt. Für viele reichte es nun nur noch für die zweite Reihe. Dann endlich erschien die Sonne am Horizont. So schön der Anblick auch war, das Fotografieren im Gegenlicht war eine Herausforderung. Der Dynamikumfang ist unter diesen Bedingungen naturgemäß groß, so entschied ich mich für die Aufnahme von Belichtungsreihen (AEB) zur späteren Erstellung von HDR Bildern. Eine gute Entscheidung, wie das Ergebnis später zeigte.

Mesa Arch

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/16.0 | AEB 3 Bilder | ISO100 | 7:05 Uhr

Der nächste gute Zeitpunkt für ein Foto ist, wenn die Sonne die Unterseite des Mesa Arch erreicht. Auch hier gelang mir ein weiteres schönes Foto.

Mesa Arch

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/16.0 | AEB 3 Bilder | ISO100 | 7:30 Uhr

Wie auf den Bildern zu sehen ist dieses Motiv mit seiner genialen Lichtstimmung und der glühenden Unterseite des Arches zum Sonnenaufgang wirklich beeindruckend und nicht ohne Grund so beliebt. Auch bei unserem Besuch war einiges los am Mesa Arch, wie auf dem folgenden Bild unschwer zu erkennen.

Mesa Arch

Der Andrang am Mesa Arch ist (leider) groß…

Meine Freundin vertrieb sich die Zeit neben dem Fotografieren mit Geocaching, denn sowohl ein Earthcache als auch ein Virtual Cache sind dem Mesa Arch gewidmet, während ich weiter mit meiner Kamera beschäftigt war.

Mesa Arch

Behind the scenes 😉

So schnell die Mehrheit der Fotografen kurz vor Sonnenaufgang auftauchte, so schnell waren sie dann auch wieder weg. Gut für mich, auch wenn ich es nicht verstehen konnte, da die morgendliche Szenerie immer noch wunderschön war. So war aber viel Platz für mich am Arch und ich konnte noch ein paar andere sehr schöne Positionen für Bilder wählen. Es gelangen mir so noch weitere sehr schöne Aufnahmen, in diesen Fällen auch wieder ohne der Notwendigkeit einer Belichtungsreihe.

Mesa Arch

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/11.0 | 1/400s | ISO100 | 7:35 Uhr

Mesa Arch

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/9.0 | 1/80s | ISO100 | 7:50 Uhr

Nach knapp 3 Stunden am Mesa Arch, die wie im Flug vergangen waren, wurde es dann aber auch für uns Zeit die Sachen zu packen. Auf dem Rückweg zum Auto kamen uns die ersten „gewöhnlichen“ Touristen entgehen. Schade was diese hier soeben verpasst haben dachte ich mir, auch wenn der Mesa Arch natürlich zu jeder anderen Tageszeit sehr sehenswert ist. Der Hunger war bei uns mittlerweile sehr groß und wir beschlossen zunächst zurück nach Moab zu fahren um dort ein ausgiebiges Frühstück bei Denny’s zu genießen. Denn später an diesem Tag stand noch ein anstrengender Foto-Trip zur ebenfalls spektakulären False Kiva im Canyonlands Nationalpark an. Einen Artikel dazu findest du hier: False Kiva.

Tipps zur Fotografie des Mesa Arch

Abschließend möchte ich in Rückblick auf meinen Besuch noch ein paar Hinweise und Tipps zum Fotografieren des Sonnenaufgangs am Mesa Arch geben. Vielleicht hilft es Dir bei Deinem Besuch:

  • Der Mesa Arch ist definitiv ein Morgen-Spot, idealerweise zum Sonnenaufgang.
  • Das verwendete Objektiv sollte von möglichst hoher Güte sein (Stichwort Lens Flares, die spielen hier nämlich schnell eine große Rolle).
  • Ein Stativ ist Pflicht (gerade auch in Hinblick auf Belichtungsreihen). Wie eigentlich immer bei der DSLR-Fotografie mit Stativ: Bildstabilisator ausschalten, Spiegelvorauslösung einschalten.
  • Meine Bilder sind bei 16 mm Brennweite (APS-C, also 24 mm im Kleinbildformat) entstanden. Soll noch mehr vom Felsbogen auf dem Bild zu sehen sein, empfiehlt sich ein Objektiv mit noch geringerer Brennweite (den Abstand zum Arch zu vergrößern ist eher schwierig, da dann andere Fotografen in das Bild rutschen). Alternativ könnte eine mehr seitliche Perspektive als die von mir gewählte helfen.
  • Einen möglichst großen Schärfebereich erreichst du durch die Wahl einer kleinen Blende und das Fokussieren auf den Felsbogen unter Beachtung der Hyperfokalen Distanz.
  • Die sternförmigen Strahlen um die Sonne (Sonnenstern) erreichst Du durch die Wahl einer kleinen Blende (Objektiv-abhängig, oft etwa um ƒ/16.0 bis ƒ/22.0).
  • Der Dynamikumfang des Motivs ist zum Sonnenaufgang im Gegenlicht sehr groß. Hier hilft die Erstellung von Belichtungsreihen und ein späteres Zusammenfügen der Einzelbilder mittels PC-Software wie z.B. Adobe Lightroom.

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16 Kommentare
  1. Lenniac
    Lenniac sagte:

    Wow, das ist ja unglaublich schön ? Ich bin so überhaupt kein Morgenmensch, deshalb werd ich das wohl live nie erleben, kann’s mir aber durch die Bilder gut vorstellen 🙂
    Ich möchte jetzt auch mit dem Fotografieren anfangen und find’s immer super schön wenn Leute ihre Ausrüstung, Tipps etc. mit im Artikel stehen haben – Danke dafür also 😀
    LG Lenniac

    Antworten
  2. Eva Katharina
    Eva Katharina sagte:

    Wow die Bilder sind wirklich wunderschön! Ich beneide dich um diesen tollen Trip! Aber wie verrückt sich da die Fotografen tummeln 😀 Danke auch für dieses behind the scenes Bild 😉

    Antworten
  3. Sandra
    Sandra sagte:

    Wunderbare Fotos und tolle Informationen! Als Hobbyfotografin geht mir da wirklich das Herz auf. Es gibt nichts Schöneres, als tolle Bilder zu entdecken. Ist mir hier gelungen.

    Ein schönes Wochenende an Dich!

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Sehr schwierig, ich habe viele Lieblingsbilder. Wenn ich mich entscheiden muss, ist es derzeit wohl dieses vom Sonnenaufgang am Mesa Arch im Canyonlands NP (Link zum Artikel). […]

  2. […] bzw. sogar für Nachtaufnahmen geblieben, jedoch waren wir aufgrund unseres Besuchs am Mesa Arch (Artikel dazu hier) zum Sonnenaufgang in den frühen Morgenstunden des Tages allmählich recht erschöpft und traten […]

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