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Bodie in Kalifornien – Geisterstadt im Wilden Westen

Bodie

Verfallene alte Häuser, menschenleere Straßen und eine oft gespenstische Stille: Geisterstädte wie Bodie sind stumme Zeugen längst vergangener Zeiten und faszinieren uns. Es gibt sie überall in den USA, insbesondere im Westen des Landes. Die dortigen Regionen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts vom Goldrausch heimgesucht und viele Goldgräbersiedlungen entstanden. Jedoch zogen die Einwohner weiter, als es nichts mehr zu holen gab, und die Siedlungen blieben menschenleer zurück.

Daten & Fakten zu Bodie

Die Geisterstadt Bodie ist die wohl bekannteste unter ihnen und hatte ihre Blütezeit um 1880. Sie wuchs schnell zu einer der größten Städte in Kalifornien heran. Doch mit dem dann eintretenden Rückgang der Goldreserven war das Schicksal der als wild und berüchtigt geltenden Stadt rasch besiegelt. Seit 1962 ist Bodie ein State Park und für Besucher zugänglich. Mit ungefähr 170 Gebäuden existieren heute noch etwa 5% aller Gebäude, dies lässt erahnen wie riesig und bedeutend Bodie einst war. Sie gilt heute als die besterhaltene Geisterstadt der USA, denn Dank der geringen Luftfeuchtigkeit blieben viele Gebäude und Gerätschaften relativ gut erhalten.

Bodie liegt hoch in den Bergen nördlich des Mono Lake. Vom Highway 395 kommend führt eine Straße (Bodie Rd.) 20 Kilometer bis nach Bodie, wobei die letzten etwa 5 Kilometer über eine Schotterstraße führen.

 Geisterstadt BodieGPS: N38° 12.743 W119° 00.781
 Öffnungszeiten18.03. – 31.10.: 09 bis 18 Uhr
01.11. – 17.03.: 09 bis 16 Uhr
 EintrittErw. $8 / Kinder (3-17 J.) $5
WebsiteBodie State Historic Park

Unsere Tour durch Bodie

Da auch wir vom besonderen Charme, den Geisterstädte versprühen, angezogen sind, wollten wir Bodie unbedingt einmal besuchen. Bei unserem Roadrip im Jahr 2015 war es dann endlich soweit. Wir steuerten unser Auto auf der Schotterstraße durch die einsame Berglandschaft in Richtung Bodie, dessen Anblick uns schon beim ersten Erblicken aus dem Auto verzauberte. Es kam direkt ein Gefühl von Abenteuerlust in uns auf.

Nachdem wir die Einfahrt passiert hatten und unser Auto abgestellt war, konnte es auch schon auf die Entdeckungstour gehen. Gleich zu Beginn unseres Rundgangs standen wir vor einigen Gerätschaften von damals.

Bodie

Nikon D5300 @ 25mm | ƒ/11.0 | 1/125s | ISO100

Wir bogen dann rechts auf die Fuller St. ab, von wo man einen guten Blick über weite Teile der Geisterstadt  hat. Es ist erstaunlich, wie weitläufig das Areal ist, und wie viele Häuser hier noch stehen.

Bodie

Nikon D5300 @ 18mm | ƒ/11.0 | 1/250s | ISO100

Immer wieder standen wir vor schönen, kleinen, oft erstaunlich gut erhaltenen Häusern und warfen einen interessierten Blick ins Innere. Die vielen hübschen Holzhäuser bieten sich als tolle Foto-Motive an, hier kommt jeder Fotografie-Begeisterte auf seine Kosten.

Bodie

Nikon D5300 @ 21mm | ƒ/11.0 | 1/200s | ISO100

Von der Fuller St. kommend erreichten wir dann die Green St., an welcher sich ein großer Teil der verbliebenen und am besten erhaltenen Häuser befindet. Direkt an der Straßenecke erblickten wir eines der sicher eindrucksvollsten noch vorhandenen Bauwerke von Bodie, eine Methodistenkirche. Auch dieses wunderschöne Bauwerk stellt ein grandioses Fotomotiv dar.

Bodie

Methodistenkirche — Nikon D5300 @ 18mm | ƒ/11.0 | 1/200s | ISO100

Zwar zeige ich in diesem Artikel fast ausschließlich Farbfotos, jedoch solltest Du dich gerade im Falle von Bodie unbedingt auch an Schwarzweiß Fotos versuchen. Die Bauwerke der Geisterstadt bieten sich für derartige Fotos zur wirkungsvollen Inszenierung des Motivs geradezu an und unterstreichen die historische Wirkung des Bildes. Zur Veranschaulichung habe ich das vorherige Foto der Methodistenkirche im Nachgang zu einem Schwarzweiß Bild entwickelt, was dem Motiv eine gewisse Dramatik und völlig andere Wirkung verleiht.

Bodie

SW-Version Methodistenkirche — Nikon D5300 @ 18mm | ƒ/11.0 | 1/200s | ISO100

Gleich gegenüber der Methodistenkirche erblickten wir ein weiteres wunderschönes und gut erhaltendes Haus. Aktuell wird dieses Haus von der Verwaltung des State Parks genutzt. An Häusern wie diesen lässt sich recht gut erahnen, wie schön das Stadtbild von Bodie einst gewesen sein muss.

Bodie

Nikon D5300 @ 18mm | ƒ/11.0 | 1/200s | ISO100

Der Zugang zu den Gebäuden ist zum Großteil gesperrt. Bei einigen Häusern kann dennoch ein Blick durch die Fenster in das Innere geworfen werden und bei einzelnen ist sogar das Betreten möglich. Dort findet man eine authentische Einrichtung der Zimmer vor und wir fühlten uns direkt in die damalige Zeit zurückversetzt. Dem State Park gelingt es mit einer beeindruckenden Liebe zum Detail das Flair der Goldgräberstadt am Leben zu halten – ein großes Kompliment!

Bodie

Nikon D5300 @ 18mm | ƒ/6.3 | 1/125s | ISO400

Bodie

Nikon D5300 @ 18mm | ƒ/6.3 | 1/40s | ISO800

Wir folgten der Green St. weiter in Richtung Osten und an der Ecke zur Park St. erblickten wir ein weiteres sehr gut erhaltendes und wunderschönes, idyllisches Häuschen. Es verfügt sogar über einen kleinen Wintergarten. Verglichen mit vielen der anderen Häuser hatte in diesem Anwesen damals sicher einer der reicheren Bewohner der Stadt gelebt.

Bodie

Nikon D5300 @ 18mm | ƒ/10.0 | 1/250s | ISO100

Besonders gut gefiel uns, wie offen und recht naturbelassen das gesamte Areal rund um Bodie wirkte. Dies lässt die Geisterstadt entsprechend authentisch wirken. Ein Stück weiter passierten wir zwei alte Zapfsäulen mit einem historischen Truck davor stehend. Auch hier zeigte sich uns eindrucksvoll der Charme der vergangenen Zeiten.

Bodie

Nikon D5300 @ 45mm | ƒ/11.0 | 1/160s | ISO100

Von der Main St. aus hatten wir dann einen tollen Blick auf die imposanten Anlagen der Standard Mine and Mill von Bodie. Da die Beschaffenheit der Gebäude und Umgebung dort aber sehr unsicher ist, ist das Areal für die Öffentlichkeit gesperrt. Es werden aber geführte Touren angeboten, worauf wir aus Zeitgründen leider verzichten mussten.

Bodie

Nikon D5300 @ 25mm | ƒ/11.0 | 1/250s | ISO100

An dieser Stelle musste unser kleiner Rundgang durch Bodie leider enden, da wir noch eine weite Fahrt vor uns hatten. Auf dem Rückweg machte ich noch das ein oder andere Foto und war immer wieder begeistert, welche Fülle an wunderschönen Fotomotiven und Gestaltungsmöglichkeiten dieses Areal doch bietet.

Bodie

Nikon D5300 @ 34mm | ƒ/11.0 | 1/125s | ISO100


Fazit

Wir machten uns ehrlich gesagt etwas wehmütig auf die Weiterfahrt. Die Zeit in Bodie war ein schwer zu beschreibendes, eindrucksvolles Erlebnis. Wir fühlten uns in längst vergangene Zeiten zurückversetzt und bekamen einen guten Eindruck über das Leben in der damaligen Zeit. Wer sich also gerne mal in die Zeit der Goldgräber entführen lassen möchte, bekommt hier eine gute Gelegenheit. Dies liegt nicht zuletzt an den erstaunlich gut erhaltenen und liebevoll eingerichteten Bauwerken, welche die Zeitgeschichte sehr authentisch transportieren.

Auch für Fotografie-Begeisterte lohnt sich ein Besuch. Es gibt wohl nur wenige derartige Orte mit einer solchen Fülle an imposanten Fotomotiven vergangener Zeiten in einem so offenen und doch ziemlich naturbelassenen Areal. So bereitet die Fotografie hier eine Menge Spass und es bieten sich zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten für einzigartige Aufnahmen.

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2 Kommentare
  1. Maria
    Maria sagte:

    Wow! Das sieht ja richtig cool aus 🙂 Man kann sich wunderbar in die alte Westernzeit versetzen und die berühmten Western-Filme gehen mir gerade durch den Kopf… vermutlich war das Leben in diesen Geisterstädten nicht ganz so rosig, wie sie uns durch die heutige etwas verklärte Brille vorkommt, aber romantisch ist die Idee trotzdem. Danke für den schönen Artikel.
    Viele Grüße
    Maria

    Antworten
    • THphotography
      THphotography sagte:

      Hallo Maria,
      vielen Dank für deinen netten Kommentar.
      Da hast du recht, in den Städten ging es alles andere als angenehm zu. Bodie war damals eine äußerst berüchtigte Stadt mit hoher Kriminalitätsrate.
      Trotzdem kann man dort einen guten Eindruck gewinnen über die damalige Zeit.
      VG Torsten

      Antworten

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