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Angels Landing (Zion NP) – Ein abenteuerlicher Aufstieg

Angels Landing

Bei unserem mehrtägigen Besuch im Zion Nationalpark (Utah, USA) im September 2016 war der Aufstieg zu Angels Landing ein abenteuerliches und spektakuläres Erlebnis, welches uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Warum das so ist? Dazu gleich mehr im Artikel, aber zunächst einige Daten und Fakten zu diesem einzigartigen Gipfel.

Daten & Fakten zu Angels Landing

Angels Landing ist eine 1765 Meter (am höchsten Punkt) hohe Felsformation im Zion Nationalpark, welche sich in einer Flussschlinge der North Fork des Virgin River befindet und eindrucksvoll in den Zion Canyon hineinragt. Die Wanderung beginnt von der Haltestelle The Grotto. Der Trail untergliedert sich in zwei Abschnitte. Zunächst führt ein gut ausgebauter Wanderweg bis zum Scout Overlook, von wo dann der Aufstieg auf den Gipfel Angels Landing beginnt. Insgesamt müssen etwa 4 km (one way) mit einer Höhendifferenz von etwa 450 Metern überwunden werden. Für die Wanderung (hin und zurück) sollte man etwa 4 Stunden einplanen.

Startpunkt (The Grotto)GPS: N37° 15.561 W112° 57.082
Angels LandingGPS: N37° 16.166 W112° 56.879
Distanz (Round Trip)5 Meilen (8 km)
Dauerca. 4 Stunden
Geländeanspruchsvoll; 450 Höhenmeter

Vorbereitung und Ausrüstung

Da es bei unserem Besuch im September recht heiß war, nahmen wir pro Person etwa 3-4 Liter Wasser mit. Aufgrund des sehr anspruchsvollen Geländes beim finalen Aufstieg zum Gipfel haben wir uns für entsprechend gutes Wanderschuhwerk entschieden. Dazu hatten wir auch noch Kletterhandschuhe für den Aufstieg zu Angels Landing dabei.

Natürlich nahm ich auch wieder meine Fotoausrüstung mit, aufgrund der anspruchsvollen Wanderung versuchte ich mich aber etwas einzuschränken. Mein Fotorucksack sah dann so aus (mehr zu meiner Ausrüstung hier: Mein Equipment):

– Nikon D5300 Spiegelreflexkamera
– Nikkor 16-85 mm Objektiv
– Haida Neutral Graufilter 100 mm x 100 mm System
– Rollei Compact Traveler No. 1 Stativ
– sonstiges Zubehör

Erster Abschnitt zum Scout Overlook

Von der Haltestelle The Grotto aus überquert man zunächst auf einer Brücke den Virgin River und läuft auf einem gut ausgebauten Weg ein Stück parallel zu selbigem. Gleich zu Beginn gibt es ein Hinweisschild, welches auf die Gefahren des späteren Aufstiegs auf den Gipfel hinweist – dieser sollte wirklich nicht unterschätzt werden!

Angels Landing

Warnhinweis zu Angels Landing

Die ersten Kilometer der Wanderung sind noch recht gemütlich zu wandern und die Landschaft ist bereits hier absolut sehenswert. Der Canyon mit seinen vielen saftig-grünen Bäumen und Sträuchern vor der Kulisse der eindrucksvollen Felsformationen lud immer wieder zum Verweilen und Fotografieren ein.

Angels Landing

Typischer Wegabschnitt auf den ersten Kilometern

Die hoch stehende Sonne brannte auf uns nieder und so waren wir froh, als wir aus der prallen Sonne in den Abschnitt des sogenannten Refrigerator Canyon abbogen. Hier führte uns der Trail durch eine schmale Schlucht, welche mit ihren schattigen Nischen, Bäumen und Sträuchern eine angenehme und erfrischende Kühle spendierte.

Im weiteren Verlauf wurde der Weg dann zunehmend anspruchsvoller. Schon bald standen wir vor einem schön anzusehenden, aber auch anstrengenden Abschnitt, Walter’s Wiggles. Schnell wurde uns klar, warum diese Passage so anstrengend zu laufen ist, denn es galt über 21 steile und enge Spitzkehren einen beträchtlichen Höhenunterschied zu überwinden.

Angels Landing

Walter’s Wiggles, es wird steiler…

Dann aber war der erste Abschnitt geschafft und wir standen am Scout Overlook. Schon von hier aus kann eine sehr schöne Aussicht genossen werden. Unser Blick richtete sich nach einer kurzen Rast aber mehr dem, was uns noch bevorstand…

Jetzt wird es ernst – Aufstieg zu Angels Landing

Vom Scout Overlook zeigt sich der exponierte Felsvorsprung Angels Landing in seiner vollen Pracht und der Felsgrat und die Wanderer auf dem sehr schmalen Weg hinauf zum Gipfel lassen sich gut erkennen.

Angels Landing

Der Grat bis zum Gipfel von Angels Landing

Für viele der Besucher war aufgrund dieses Anblicks am Scout Outlook Schluss, denn für den zweiten Abschnitt hinauf auf den Gipfel ist schon eine gute Portion Mut und Geschicklichkeit erforderlich, definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst. Auch sollte er nur angegangen werden, wenn kein schlechtes Wetter droht, denn sonst kann es sehr schnell lebensgefährlich werden!

Einen Wanderweg sucht man hier vergeblich, es folgten nun weitere etwa 0,5 Meilen mit ca. 150 Höhenmetern vom Charakter einen Klettersteigs. Dabei ist der begehbare Untergrund über weite Strecken nur wenige Fuß breit und es geht an beiden Seiten direkt mehrere hundert Meter steil hinunter. Hier galt es wirklich gut aufzupassen, wohin man tritt, denn ein falscher Schritt oder eine Unachtsamkeit kann hier schwerwiegende Folgen haben. Immer wieder waren Klettereinlagen notwendig und an besonders steilen und abschüssigen Stellen sind lange Stahlseile und Ketten installiert an denen man etwas Halt suchen kann. Hier machte es sich bezahlt, dass wir Kletterhandschuhe mitgenommen hatten.

Angels Landing

Ein wirklich abenteuerlicher Aufstieg!


Es ist geschafft – Angels Landing

Dann war es geschafft, völlig erschöpft kamen wir auf dem Gipfel an. Lange konnten wir jedoch nicht durchatmen, denn der gigantische Ausblick von Angels Landing raube uns direkt wieder den Atem! Sowohl in nördlicher als auch in südlicher Richtung blickt man in den eindrucksvollen Zion Canyon. Auch den Observation Point kann man von hier aus bewundern.

Wir genossen diese einzigartige Aussicht eine ganze Weile und mir gelangen einige wunderschöne Aufnahmen.

Angels Landing

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/11.0 | 1/125s | ISO100

Die sich durch den Canyon schlängelnde Straße mit den Bussen des Parks wirkte von hier oben winzig.

Angels Landing

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/9.0 | 1/80s | ISO100

Der Gipfel bot eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten für tolle Motive.

Angels Landing

Nikon D5300 @ 16mm | ƒ/9.0 | 1/80s | ISO100

Angels Landing

Nikon D5300 @ 22mm | ƒ/9.0 | 1/100s | ISO100

Wie auf den Bildern zu erkennen schloss sich die Wolkendecke immer mehr und es bahnte sich ein Unwetter an. Daher beschlossen wir den Rückweg anzutreten, denn einen Abstieg bei schlechtem Wetter wollten wir unbedingt vermeiden. Wir stellten auf halber Strecke des Klettersteigs fest, dass dies eine gute Entscheidung war, denn es begann zu regnen. Ein wenig wuchs die Sorge in uns und auch der Untergrund mit seinen Klettereinlagen wurde durch die eintretende Nässe nicht einfacher zu überwinden. Letztlich kamen wir aber wieder sicher am Scout Outlook an und das Wetter besserte sich auch schnell wieder. So ging es hinab zur Haltestelle The Grotto an der wir erschöpft aber überglücklich in den Bus fielen. Ein letztes Mal blickten wir wehmütig zurück zu Angels Landing, bevor der Bus uns zum Visitor Center brachte.

Fazit

Wir hatten einen wunderschönen Tag im Zion Nationalpark, wobei die Wanderung zu Angels Landing das Highlight des Tages war. Diesen Trip können wir allen, die sich einen derartigen Aufstieg zutrauen, nur ans Herz legen. Es ist eines dieser Erlebnisse, welche einem lange in Erinnerung bleiben werden.

Über ein weiteres wunderschönes und ganz besonderes Erlebnis (besonders für Fotografie-Begeisterte) im Zion Nationalpark hatte ich bereits berichtet, die Wanderung zur Subway. Es gibt noch viele weitere spektakuläre und wunderschöne Wanderungen im Zion Nationalpark. Meine TOP 5 der Wanderungen findest du in diesem Artikel: Die 5 schönsten Wanderungen im Zion Nationalpark.

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6 Kommentare
    • THphotography
      THphotography sagte:

      Hallo,
      danke für deinen Kommentar. Schön das es so gut mit den Fotos rüber kommt, denn auch vor Ort war der Anblick einzigartig und sehr imposant. Wir sind sicher nicht das letzte Mal dort gewesen :-).
      VG

      Antworten

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